Concave Bottom
Aus Kitefreunde
Im Prinzip hat sich eine Version beim Concave Bottom durchgesetzt. Es wird in der Mitte eine Delle nach innen ausgefräst, die zu den Tips hin ausläuft und somit etwa den Grundriss eines Ovals hat. Die Delle hat an der tiefsten Stelle im Zentrum etwa eine Tiefe von 3 – 8 mm, je nach Geschmack des Shapers. Die Vorteile beim Concave Bottom sind ein weiches Einsetzen im Kabbelwasser und ein recht looses Fahrfeeling. Im Volksmund wird sehr gerne behauptet, dass ein Concave Bottom früher angleitet, was auch im Grunde genommen richtig ist. Es hängt aber definitiv nicht damit zusammen, dass sich etwa unter dem Konkav ein Luftkissen, oder Luft-Wasser-Gemisch bildet und das Board besser aus dem Wasser hebt. Vielmehr ist durch die Delle nach innen die Bodenkurve im Zentrum des Boards flacher. Nur dieses Detail alleine ist der Grund dafür, dass ein Board mit Concave Bottom besser angleitet, siehe Grafiken unten. Wollte man auf einem Luftkissen gleiten, müsste der Boden wesentlich stärker nach innen gekrümmt werden. Eine flachere Bodenkurve im Zentrum bewirkt im Prinzip den gleichen Effekt. Der gleiche Volksmund behauptet auch gerne, dass diese Boards mehr Kantengriff haben, was wir selbst in zahlreichen Tests mit 100%ig baugleichen Boards nicht nachweisen und bestätigen konnten. Eine Bestätigung dafür soll die unten stehende Grafik verdeutlichen. Man erkennt klar, dass die blauen Strömungslinien des Wassers keinen zusätzlichen Halt finden. Ein Board fährt nie 100%ig geradeaus und dazu soll ja ein Shapedetail, wie z.B. eine Konkave u.a. verhelfen. Fährt man ein Board mit Concave Bottom über die Längsrichtung gesehen flach, was z.B. beim An- und Durchgleiten immer wieder der Fall ist, sowie beim Umkanten von Fersen- auf Zehenbelastung, wird man sehr schnell eine kurzeitig fehlende Richtungsstabilität feststellen. Das Board bricht kurz aus, weil die Finnen alleine die Führungsarbeit nicht übernehmen können und dies die einzige Fahrlage ist, wo das Konkav ein wenig Auftrieb erzeugt, aufgrund der flacheren Bodenkurve im Zentrum des Boards. Diese Boards sind dadurch etwas anspruchsvoller zu fahren. Zudem kommen durch den Einbau einer Konkave noch erhebliche statische Belastungen im Board hinzu, die leider auch hin und wieder zu Bruch führen. Die Produktion einer Konkave im Unterwasserschiff erfordert eine relativ simple 3D-Produktionsform mit einer nach außen gewölbten Delle. Die Kerne werden nur in den seltensten Fällen auf der Unterseite gefräst, was die ges. Produktionskosten kaum teurer macht, als ein plan geshaptes Board.

